Print And Frame

Die Technik – Zu der Technik meiner Kunst

Kunst ist für mich ein geistiger Wert, der nur gesehen, gehört oder gefühlt werden kann, wenn er einen Körper bekommt. In meinem Fall ist das ein Colorprint nach Fotografie, wie eine Fotografie. Das bedeutet, man hat nicht die „wirkliche“ Malerei, die ich pflege, käuflich erworben, sondern einen fotografischen Abzug davon.

Heute fühle ich mich nach all den Jahren, die ich für diese Methode leiden musste, ganz wohl in dieser Form, denn die Fotografie ist ein wiederbringliches Mittel, unverderblich bis ans Ende der Welt. Heute noch Fotografie, morgen vielleicht schon Print in 2 D, eine Million Jahre lang haltbar. Früher hatte die Malerei Farbe auf einem Malgrund, daran hat sich auch bei mir nichts geändert, innerhalb meines derzeitigen Themas – dem Blick ins 19. Jahrhundert, ins 20. Jahrhundert, und dessen malerisches Abbild.

Geändert habe ich das Produkt, das verkauft werden will, also an der Stelle, wo ein Wechsel stattfindet von Eigentum, wo Verantwortung in einer anderen Währung, nicht in der geistigen Währung von Kunst, sondern in der monetären Währung von Geld vermittelt, ermittelt und bemittelt werden will. Die Farbe auf dem Malgrund, wie zum Beispiel Ölfarbe auf Leinwand, ist die alte Schule für mich, so wie Kutsche und Pferd im Vergleich zum Auto, oder wie Lederschischuh im Vergleich zu Schalenschischuh heute. Lederschischuhe sind natürlich hübsch, die kann man lieben, besser fahren wird man immer mit dem Schalenschischuh, und auch keiner von uns möchte, wenn er am Abend mit dem Auto in die Garage fährt, noch schnell dem Auto die Hufe auskratzen, das Pferd noch schnell abhalftern oder vielleicht gar mit Hafer füttern.

Der Colorprint erscheint mir zeitgemäß. Er hat viele Vorteile, natürlich ist auch er verderblich, wenn er in der Sonne hängt, aber das ist dann fortan eine Frage des Aufwandes, monetär betrachtet, in etwa wird das soviel kosten wie die Neubereifung eines guten, schönen Autos, alle zwei, drei oder vier Jahre.

Auch wenn der Wagen dereinst ein Oldtimer wird, ab und an braucht auch dieser neue Reifen. Genau gleich kann meine Kunst durch die Jahre gehen, und durch die kommenden Jahre geprüft werden immerfort, aber der materielle, technische Umstand, die technische Beschaffenheit wird sich nie ändern. Sie bleibt immer schön, sexy, cool, gegenwärtig, frisch und technisch brillant. Wenn wir in der Galerie Ölfarbe auf Leinwand verkaufen, dann mutet das augenblicklich an wie feine Kunst, das erinnert uns an Rembrandt bis hin zu Gerhard Richter. Und ich gebe allen recht, es ist wirklich ganz wundervoll, eine Kutsche zu fahren, mit vier Pferden vorne, oder acht, oder zweihundert wie bei Peter Paul Rubens, nur mein cup of tea ist es nicht. Ich möchte mehr Freude an der Kunst in ihrer geistigen Natur und in ihrer Anwendung, wo immer das sein mag, ob in privatem oder öffentlichem Raum, oder auch im Lager, da möchte ich etwas „Unverbindliches“. Und ich behaupte einmal, wenn alles gut geht, und der Zug, den ich mit Malerei auf dem technischen Niveau von heute nicht mehr stoppen möchte – ein Zug, der sehr schnell fährt, ob er nun besprochen wird, oder beachtet, das spielt keine Rolle, er ist nicht mehr aufzuhalten. Dieser Zug fährt und fährt – egal ob wir hinschauen, oder nicht – und irgendwann wird das dann, wenn es zum Mangel kommt, weil nicht genug davon gemacht und verkauft worden war, dann wird auch dieses neue Mittel einmal knapp und damit wieder teuer.

 

 

The technology—the technology of my art

For me, art is a spiritual value that can only be seen, heard or felt when it is given a body. In my case, it’s a color print after photography, like a photograph. That means you didn’t buy the “real” painting that I maintain, but a photographic print of it.

Today, after all the years that I have had to suffer for this method, I feel very comfortable with this form, because photography is a returnable tool, indestructible to the end of the world. Still photography today, tomorrow maybe 2D printing, lasting a million years. In the past, painting had color on a painting surface, nothing has changed for me, within my current theme—the view of the 19th century, the 20th century and its painterly image.

I changed the product that is going to be sold, i.e. where a change of ownership takes place, where responsibility is conveyed, determined and averaged in the monetary currency of our society, not in the spiritual currency of art. The paint on the painting surface, such as oil paint on canvas, is old school for me, like the carriage and horse compared to the car, or like leather ski boots compared to shell ski boots today. Leather ski shoes are, of course, pretty, you can love them, but you will always ski better with a shell ski shoe, and neither of us would like to scratch out the hooves/soles of the car after driving into the garage in the evening, or to take its halter off, or maybe even feed the horse with oats.

The color print seems up to date to me. It has many advantages, of course it is also perishable if it hangs in the sun, but from then on it is a question of effort, monetarily, it will cost about the same as the new tires of a good, beautiful car, every two or three or four years.

Even if the car will one day become a classic or vintage car, every now and then new tire is needed. My art can go through the years in exactly the same way, and will be continually tested over the coming years, but the material, technical circumstances, the technical nature will never change. My art will always stay beautiful, sexy, cool, contemporary, fresh and technically brilliant. When we sell oil paint on canvas in the gallery, it immediately seems like “fine art”, which reminds us of Rembrandt and Gerhard Richter. And I agree with everyone that it is really wonderful to drive a carriage, with four horses in front, or eight, or two hundred like Peter Paul Rubens, but it is not my cup of tea. I want more enjoyment of art in its spiritual nature and its application, wherever that may be, whether in private or public space, or also in the art stock, I want something “non-binding”, something without obligation. And I say, once everything is going really well, and the train that I no longer want to stop with painting at the technical level of todaya train that runs very fast, whether it is being discussed or observed, that does not matter, it is unstoppable. This train drives and drivesregardless of whether we look or notand at some point this new means will, if there is a shortage because not enough of it has been made and sold, it will also become scarce and therefore expensive again.