Das Jahr 2020

Das Jahr 2020 ist noch lange nicht zu Ende, dennoch gibt es schon 100 Einträge im Archiv der Bilder. Das Jahr 2020 bleibt uns in Erinnerung, als ein Jahr, in dem sich alles ändert und alles gleich bleibt zugleich. Früher haben wir uns gefürchtet vor dem Krieg, in Uniform mit Waffe. Dann kam Aids und hat uns keusch gemacht. Jetzt aber ist Pandemie und die behandelt weltweit alle gleich. Nicht länger bin nur ich im Prekariat. Die Populisten erwischt es zuerst!

Der Gabentisch bleibt trotz der Katastrophe reich gedeckt –MENSA

Im Atelier, wo immer das auch ist, dreht sich der Zeiger auf Alarmstufe ROT! Jetzt muss alles raus aus dem Kopf, ganz schnellwer weiß, wie lange das noch geht!

Was ist das Allerwichtigste im Kopf? Das Andere? das Weibliche? Die Liebe?

In früheren Jahren fand ich die Weiblichkeit zunächst im Atelier, so entstand das Atelier-Modell

Jetzt aber ist alles anders, alles muss raus, die Weiblichkeit liegt plötzlich daund steigt mit einem Bein aus dem Modell heraus…

Der Künstler malt ein Bild. Oben auf der Staffellage steht Mist für den Kunstmarkt, darunter das Handy für den medialen Ruhm.

Das, was in Wahrheit im männlichen Hinterkopf vorgeht, zeigt das Bild dahinter, also das Bild vor uns:  ROSINA

Hier geht es diesmal nicht nur um Kunst, hier geht es auch um Kultur! Das Modell ist nur ein Modell und besteht nur aus Gips. So bleibt nicht nur die Zeit für die Trägheit des Künstlers zum Malen länger stehen, so wird auch klar, was da wirklich passiert, in der abendländischen Kunst. Das Material ist nicht so wichtig, als das ich es hier besprechen muss. Gips ist (wie Marmor) eine der Grundlagen der Kunst und somit eine Grundlage von Kultur. Ganz selten kommt es zu einer derart direkten Verbindung von Körper und Geist, wie bei (der Arbeit mit) Gips, oder Ölfarbe, Plastik, usw…so wie etwa auch beim Zusammentreffen von Violine, Klavier und Drumset in der Musik.

Gips ist abgelagert in unserem Verständnis von Kunst, in unseren Schaugewohnheiten. Gips schafft unbegrenzte Möglichkeiten von Kreativität, schreibt aber zugleich vor, wie Kunst sein solldie Kreativität hat sich gleichsam in Gips verfestigt, auskristallisiert!

Das ist zu viel, zurück an den Start!

Die Leinwand ist zunächst weißCANVAS.

Der Künstler steht wieder vor der Leinwand, und was dort in seinem Bewusstsein passiert, das zeigt uns wieder das Bild. Wieder ist es das Modell, das ihn beschäftigt. Es kann doch nicht falsch sein, ein Modell zu malen, in Wien, nach Gustav Klimt…

Oben rechts: Die Lünetten-Malerei des gewerblichen, frühen Gustav Klimt (Die Griechische Antike) im Kunsthistorischen Museum in Wien

In der Sommerakademie in Venedig hat sich der Professor selbst als Modell in die Mitte der Bilder gesetzt…

…und zunächst waren es überhaupt nur Männer, die sich zur Abbildung eigneten, so wie der Denker von Rodin, der Barbarische Faun, oder auch das Putto-Deko-Gips-Buberl draußen am Haus, auf der Fassade gegenüber, auf die ich schon bald 30 Jahre schau’. (bitte ganz genau schauen!)

Das erste weibliche Modell im Modell im Jahr 2000 war nicht im Modell, sondern auf dem Modell.

Zitate von weiblichen Modellen im Modell gibt es viele, so wie unten RUNI (Pink)

Dieses Bild passt wirklich nicht! Weil es aber im Atelier Schönbrunner Straße hängt, und ich es liebe, hab’ ich es auch im Modell eingemauert, damit ich es jetzt nicht abnehmen kann, auch wenn es alle stört, so wie den Besucher mit seinem Kind (siehe oben).

 

Die Modelle steigen jetzt aus dem Modell, der Künstler bleibt drinnen.

Der Bürosessel ist seit jeher mein Kürzel für Gerhard Richter.

Mannigfach habe ich dieses Stühlchen als Modell-Skulptur geschaffen, heute macht das der 3D-Druck.

G R hat die Moderne durchschaut und dagegen gelenkt: „…Foto besser als Matisse, Büro besser als Atelier usw…!“

Richter hört auf, Renner fängt an!

Fortsetzung folgt….